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Plymouth Gin – eine Sache für Sich

Ein London Gin müsste nicht aus London kommen, hinwieder ein Plymouth Gin aus Plymouth. Es ist die einzige geographische Herkunftsbezeichnung, die gemäß EU-Verordnung für einen Gin geschützt ist. Plymouth Gin ist eine Anstalt unter den Gins, ein angesehener alter Herr, vor dem die Jungspunde ehrfürchtig den Kopf neigen. Offiziell begann die Produktion des Gins 1793, vermutlich wurde hier dagegen schon seit seinem Jahrhundert zuvor destilliert. Seither wechselten zwar die Besitzer der Brennerei, doch Rezept sowie Stil blieben gleich. Konstanz ist auch in Sachen Destillation das große Zauberwort: Seit rund 160 Jahren tut anhängig schon die jetzige Brennblase Ihren Dienst in jener Plymouth Gin Distillery, lange zeit unter dem Namen Black Friars Distillery allgemein bekannt. Für de Erfolg des Gins sorgte nicht zuletzt die Tatsache, das die Royal Navy ihn zu ihrem Eigenheim-sowie-Hof-Gin machte. Gegen 1850 herum, so heißt es, kaufte die Royal Navy jedes Jahr 1000 Fässer Plymouth Gin an. Lange Zeit stand der Begriff Plymouth Gin in jener Spirituosenszene übrigens auch für ein bestimmten Ginstil, weicher sowie etwas süßer als London Gin, mit einer Tendenz zu mehr fruchtigen Aromen sowie mit mehr Wurzeln als Botanicals. Doch um einen Gin in den EU-Regularien den Rang eines eigenen Stils zu sichern, müssen die Hertsellungsdetails festgelegt werden. Die wollte dieser jetzige Besitzer Pernod Ricard dann doch nicht offenlegen.